Iron Man 3 (2013)

CineCouch Kritik Michi

Fünf Jahre nachdem Tony Stark (Robert Downey Jr.) seine erste Ganzkörpermaschine entwickelt, angezogen und ausprobiert hat, ist er stolzer Besitzer einer ganzen Ansammlung verschiedenster Anzüge, an denen er liebend gerne rumtüftelt. Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) ist mittlerweile viel mehr als nur seine Assistentin und zusammen führen sie eigentlich ein harmonisches Leben. Doch dann sieht sich Stark einer neuen und unkalkulierbaren Macht gegenüber, die ihn mit allen Mitteln bekämpft und der Welt mit mysteriösen Anschlägen droht. Dahinter steckt der Mandarin (Ben Kingsley), den es nun zu bezwingen gilt. Doch Stark wird von seiner Vergangenheit eingeholt und muss sich stellenweise ohne seine Anzüge durchs Leben kämpfen.

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Der dritte IRON MAN hat zwar einen Regisseur-Wechsel vorzuweisen, bleibt aber ansonsten seiner alten Linie treu. Die ersten beiden Teile entstanden unter der führenden Hand von Jon Favreau, der zusammen mit Downey jr. ein ganzes IRON MAN-Epos erschuf, das nun von Shane Black scheinbar nahtlos weitergeführt wurde. Alle bekannten Gesichter sind wieder mit dabei, sogar Favreau als Bodyguard Happy. Auch Humor, Arroganz, Technikspielereien und Stil des Films haben sich kaum geändert, was viele Fans freuen wird, aber ja auch allgemein erwartet wurde. Tony Stark, bzw. Robert Downey Jr. (da er sich ja immer selbst zu spielen scheint), ist immer noch der Alte und stößt auch in IRON MAN 3 wieder an seine Grenzen. Er leidet an Schlaflosigkeit und Panikattacken, die ihn manchmal die Kontrolle über seinen Anzug verlieren lassen und sich generell nicht allzu positiv auf seine sonst so stabile Mentalität auswirken. Als aus heiterem Himmel sein Haus zerstört wird, ist er gezwungen zu fliehen und nutzt die Zeit in Einsamkeit, um dem Mandarin auf die Spur zu kommen. Dieser wird im Film extra mysteriös, geheimnisvoll und unberechenbar gehalten und von Ben Kingsley überzeugend gespielt. Einerseits freut man sich über seine Mitarbeit am Film, gleichzeitig wirkt seine Rolle in der zweiten Hälfte des Films ziemlich verschenkt. Ich kenne mich mit den Comics nicht besonders aus, habe aber gehört, dass der Mandarin einer der Bösewichte schlechthin sein soll, was für mich im Film überhaupt nicht rüberkommt. Neben ihm spielt Aldrich Killian (Guy Pearce) eine wichtige Rolle, auf die ich zwar nicht viel weiter eingehen möchte, aber im Film für ein wenig Verwirrung sorgt.

Oder soll ich besser sagen: sorgen sollte. Denn ich fand die ganze Story des dritten Teils ziemlich überzogen, vorhersehbar und uninspiriert. Alle Twists und Wendungen, die sich Black und seine Schreiberlinge so ausgedacht haben, konnte ich schon lange gegen den Wind riechen und war enttäuscht über den vermeintlichen Ernst, mit dem sie inszeniert und präsentiert wurden. À la: „guck mal wie schlau ich bin und was für schlaue Sachen ich mir überlegt habe, auf die ihr nie kommen würdet“ versucht der Film einen hinters Licht zu führen und zu überraschen, was aufgrund des tollpatschig geschriebenen Drehbuchs mächtig in die Hose geht. Dadurch fällt leider der größte Teil spannungserzeugender Thematik weg und lässt den Film allgemein an Pacing verlieren. Die Storywendungen, die man nicht vorhersieht, wirken so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass es kein Wunder ist, dass man sie nicht errät. Das führt wiederum dazu, dass die Geschichte nicht schlau durchdacht, spannend und kreativ wirkt, sondern meist nur noch absurd.

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Doch das war doch eigentlich der Charme der IRON MAN-Filme, dass man ähnlich wie bei Batman das Gefühl hatte, dass alles Gezeigte irgendwie möglich ist und mit der richtigen Technik und dem nötigen Kleingeld kein Problem sein sollte. Dies gilt sowohl für die zahlreichen Erfindungen bei Stark Industries, wie auch die seiner Widersacher. Der dritte Teil hält sich daran nur bedingt und rutscht mit seinen Erklärungen etwas ins Fantastische ab. Mal abgesehen vom leichten Realitätsverlust im Vergleich zu den bisherigen Teilen kann auch das Prunkstück aller IRON MANs – Tony Stark himself – nicht mehr überzeugen. Sein Witz, Charme, schlimmes persönliches Schicksal, seine amerikanische, egozentrische Machomasche ziehen einfach nicht mehr. Generell kann man nur leicht enttäuscht feststellen, dass sich Tony Stark eigentlich gar nicht verändert hat. Er verhält sich schon seit fünf Jahren wie ein kleines Spielkind, das nie genug bekommt und mal von Mama auf den Popo geklopft bekommen sollte. Den Job erledigen ja auch sehr eifrig jede Menge Bösewichte, doch ohne irgendeinen Effekt bei Stark zu hinterlassen. Im ersten und zweiten Teil war dies alles noch erfrischend, lustig und irgendwie genial kontrovers, weshalb ich auch ein kleiner Fan von IRON MAN geworden bin, doch leider wirkt dies alles in IRON MAN 3 mehr als verbraucht.

Was bleibt, ist ein IRON MAN 3, der zwar im IRON MAN-Universum alles richtig macht, indem er auf der sicheren bekannten Spur bleibt, mit seiner Story nicht wirklich überzeugen kann und somit verdient der schlechteste Teil der Reihe ist. Aber ganz schlecht reden kann und will ich den Film nicht. Immerhin bekommt man wie gewohnt einige nette Action-Szenen serviert, kann sich an den ganzen neuen Ideen bezüglich der Anzüge und sonstiger Technik erfreuen und erlebt Ben Kingsley, Guy Pearce und Rebecca Hall! Ich finde ja, das Kingsley immer eine Filmsichtung wert ist. Trotzdem sollte vielleicht wieder Favreau hinter die Kamera. Ich freue mich jedenfalls immer noch auf den neuen AVENGERS, da tritt Starks Egoauftritt ein wenig in den Hintergrund 😉

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TRAILER:

2 Gedanken zu „Iron Man 3 (2013)

    • Ich hatte eben das Gefühl, mal ein hartes Wörtchen mit Herrn Stark reden zu müssen 😉 bashen wollte ich eigentlich nicht, aber ich war schon enttäuscht vom dritten Teil. IRON MAN 1 und 2 und AVENGERS haben mir viel besser gefallen und ich hoffe, dass man sich in Zukunft wieder mehr auf die Anfänge besinnt.

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