CineCouch – Folge 52: High Noon

CineCouch #52 - High Noon

Hallo zusammen!

Wir haben uns bereits in der letzten Folge mit CARLITO’S WAY in der Filmvergangenheit umgeschaut. Nun reisen Niels, Jan und Paul endgültig der Filmgeschichte hinterher. Die drei landen im Jahr 1952 und erleben mit HIGH NOON (zu deutsch: Zwölf Uhr mittags) einen der wohl prägensten Western der Geschichte. Unsere Helden haben also ihre Colts geladen, den Whiskey kaltgestellt und schauen grimmig in die Kamera.
Seid dabei, wenn die Uhr zwölf schlägt! Viel Spaß!

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HIGH NOON in der IMDb
HIGH NOON auf Letterboxd

 

7 Gedanken zu „CineCouch – Folge 52: High Noon

  1. Hallo zusammen!

    Nachdem ihr mich nun als regelmäßigen Hörer definitiv gewonnen habt, komme ich natürlich nicht umhin, einen Kommentar zu hinterlassen.
    Denn schließlich ist Berlin der Shit. Und nicht Mainz. 😛

    Aber davon abgesehen finde ich einen Aspekt, den ihr eher implizit am Rande bemerkt hattet, in der Frage nach dem Western-Genre sehr interessant. Zwar geht man vom Prototyp des rechtschaffenen Helden aus, der strahlend die Bösen niederschießt – muss dann aber doch immer wieder anmerken, dass (wie ja auch in ‘High Noon’) es neben nicht der nur glorreiche Held ist, sondern dass er fast immer in irgendeinem Aspekt persönlich gebrochen erscheint.
    Ich finde das insofern spannend, als sich mir die Frage aufdrängt, ob damit nicht der eigentlich unter dem geläufigen Begriff “Western” verstandene Satz von Genre-Konventionen eher den gebrochenen Helden einschließt, als die schwarz-weiße Zeichnung einer gut/böse-Auseinandersetzung, die eigentlich spontan einfallen würde.

    Ich bin dazu aber auch zu wenig bewandert, was die wissenschaftliche Beackerung des Genres und seiner Definitionsmöglichkeiten angeht, fand aber den Gedanken höchst interessant.

    Ansonsten nur nochmal mein neuerliches Lob: Ein toller Podcast, wunderbar in der U-Bahn zu hören – auch auf die Gefahr hin, gelegentlich grinsend oder lachend auf die anderen Fahrgäste leicht grenzdebil zu wirken 😉

    Liebe Grüße aus der Hauptstadt der Filmwissenschaft,
    Lars

    • Da klaust du mir einfach meinen Begrüßungssatz – unerhört!! 😀

      Ich bedanke mich erst für dein (neuerliches) Lob und es freut mich – aber sicher auch die anderen -, dass du an unserem wöchentlichen Plausch Spaß hast.

      Was deinen zentralen Punkt angeht, wie genau nun die Zeichnung der Figuren, des Western-Helden im Speziellen, anbelangt, kann ich ebenfalls höchstens mit Halbwissen glänzen.

      Das Western-Genre wird ja ganz banal und basal zuvorderst durch sein Setting im Wilden Westen des nordamerikanischen Kontinents definiert. Dazu kommt wohl vor allem das ikonographische Finale in einem Show-Down, in dem der Held auf seine(n) Gegner trifft.

      Allerdings ist ja ein Genre über die Jahre und Jahrzehnte hinweg betrachtet nie ein statischer Begriff, sondern sehr wandelbar in seinen Ausprägungen. Mir fehlt zwar der große historische Überblick, dennoch haben wir schon in der Folge behauptet, dass HIGH NOON mit seinem Helden wohl eine Veränderung der ethischen Grundwerte vollzogen wird, die in späteren Jahren, insbesondere durch die Italo-Western von Leone oder Corbucci noch intensiviert und in gewisser Weise radikalisiert wurden. Ein Gut und Böse lässt sich in Schwarz-Weiß-Darlegungen jedenfalls nicht auf alle Filme des Western-Genres anwenden.

      Ich bin allerdings der Meinung, dass der gebrochene Held deutlich mehr im Gedächtnis geblieben ist und die vollkommen romantisierten Western, vielleicht auch wegen ihrer moralischen Simplizität schlicht und ergreifend verdrängt wurden, nicht nur aus der Produktion der Studios, sondern eben auch aus der (ersten) Erinnerung des Zuschauers.

  2. Western waren lange Zeit gar nicht, also so wirklich GAR NICHT mein Ding. Was andere als episch und mitreißend abfeiern kommt bei mir scheinbar einfach nicht an, auch die Kulissen, Kostüme, etc. üben leider meine Faszination auf mich aus. Außerdem habe ich einfach ein Problem mit den (unten und im cast diskutierten) strahlenden Helden und der schwarz/Weiss Zeichnung von gut und böse. So habe ich das zumindest immer empfunden.

    In letzter zeit habe ich mich aber ab und an mal an den italo-Western gewagt, weil der ja mit genau dieser heroisch glorofizierten Welt bricht und stattdessen eine abgründige, dreckige zeichnet in der jeder ein Arschloch und die weltsicht äußerst zynisch ist. Das gefällt mir schon wesentlich besser ^^ Trotzdem gefällt mir da lang nicht alles, auch Leone’s “Meisterwerke” finde ich durchwachsen.

    Sei es drum, denn worauf ich hinaus will: diese schöne Besprechung hat HIGH NOON trotzdem auf meine watchlist wandern lassen, denn der Film scheint ja doch ganz interessante gesellschaftliche Themen zu streifen! Podcast-Ziel erreicht 🙂

    • Freut mich, dass wir dich überzeugen konnten 🙂
      Ich gehöre wohl generell zu der Gruppe von Western-Fans, auch wenn ich gar nicht mal soooo viele Genre-Vertreter kenne. Ich habe allerdings von Anfang an eher die Leones und Neo-Western geschaut, die in ihrer Moral vielschichtiger sind als die Frühwerke. Seit langem gehört daher z.B. THE GOOD, THE BAD & THE UGLY zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.
      Nicht allzu überzeugten Western-Guckern würde ich ansonsten mal die Mutter aller Buddy-Komödien BUTCH CASSIDY & THE SUNDANCE KID empfehlen. Oder – zu deiner Beschreibung passend – Peckinpahs brutalen THE WILD BUNCH. Sind natürlich beide recht bekannte Klassiker, aber wer die bisher nicht gesehen hat, tut gut daran, das zu ändern 😉

      • Achja.. Bei TGTB&TU geht es bei mir schon los. Die ersten zwei Teile der Dollar Trilogie fand ich super, dann hab ich mich richtig auf den letzten gefreut, der ja gemein hin als das absolute Meisterwerk gilt – und der Film hat mich einfach nur genrvt, keine Ahnung wieso. Fand ihn ganz offen gesagt ätzend in die Länge gezogen und bei weitem nicht so witzig und skurril wie die Vorgänger. Aber ich werde dem irgendwann noch mal eine Chance geben. Das hat er wohl verdient. Deine beiden anderen Empfehlungen habe ich schon desöfteren aufgeschnappt und werde die (wenn die Lust mal wieder nach Staub, Colts und Pferden schreit) sicher mal anschauen – wie du sagst: Klassiker sollte man mal gesehen haben!

        • Das stimmt mich ja ein bißchen traurig ^^ Für mich ist gerade das Finale an Epik nicht zu überbieten und der Score ist die vielleicht beste Filmmusik überhaupt.
          Aber klar, die drei Stunden Laufzeit merkt man dem Film schon teils an, den fehlenden Witz hab ich jedoch eher positiv aufgenommen.
          Geschmäcker und so 😉

          • Verspätete Antwort: “Witz” war vielleicht auch nicht ganz das richtige Wort. Ich nehm als Beispiel mal eine Szene aus FOR A FEW DOLLARS MORE – da steht Clint umringt von der Banditenbande und plötzlich fangen alle völlig überzogen an zu lachen. Da steigert sich in kürzester Zeit zu einem völlig bizarren Moment, bei dem ich einfach losgeprustet habe. So absurd, dass es witzig ist. Und diese Art von “Humor durch Überzeichnung” hab ich im dritten irgendwie vermisst (oder schlichtweg übersehen). Rewatch ist wohl von Nöten 🙂

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