CineCouch – Folge 110: Kino vs. Heimkino

Folge 110

Hallo zusammen!

Da wir es mal wieder mit einer „Nuller“-Folge zu tun haben, hat sich die gesamte CineCouch wie üblich zu fünft versammelt und sich ein allgemeineres Thema vorgeknöpft. Und zwar soll es in dieser Episode um unterschiedliche Möglichkeiten der Rezeption gehen. In der frühen Filmgeschichte sah man Filme ausschließlich per Projektion, später auch im Fernsehen und nun auf Datenträgern oder als Stream über das Internet. Zunächst wird grob und mit etwas Halbwissen erklärt, wie sich das alles entwickelt hat, dann sprechen wir über Vor- und Nachteile der jeweiligen Nutzungsformen und was unsere ideale Rezeptionsart darstellt.

Viel Spaß!

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Jan schrieb über das Ende der analogen Filmkopien, Wünschen und Ängsten

2 Gedanken zu „CineCouch – Folge 110: Kino vs. Heimkino

  1. Ahoi!

    Das ist ja mal ein schön gewagter Rundumschlag. Ich habe mir mal ein paar Punkte rausgepickt.

    Warum ins Kino gehen? Das ist ganz einfach: Ein Kinofilm, ist für das Kino gedacht. Das gigantische, technisch bessere Bild können die Fernseher daheim nicht so darstellen. Dazu kommt dann in der Regel noch Sitzkomfort. Einen Film daheim, ob als Stream, direkt im TV oder auf VHS/DVD/Blu-ray zu schauen ist für mich immer nur eine etwas weniger wertige Variante.

    Der Punkt, dass Kino immer teurer werden würde, ist meines Erachtens nicht grundsätzlich falsch, der Preis ist ja laut Statistik tatsächlich von Jahr zu Jahr gestiegen. Aber, was in meinen Augen häufig vernachlässigt wird: Auch PCs, Laptops und Fernseher kosten in der Anschaffung Geld. Und – da die Qualität hier für mich geringer ist – eine Amortisierung stellt sich da wohl hächstens nach Jahren ein. Von daher ist für mich das Argument „Kino ist teuer.“ nur eine billige Ausrede bzw. ein „Zu kurz gedacht“. Zumal die Tickets ja ohnehin nur anteilig Kosten abdecken. Der Gewinn wird (bei Multiplexen) ja bei Essen und Trinken gemacht.

    Kleiner Einschub zum Aufkommen des Fernsehens: Hier halte ich es für erwähnenswert, dass der Fernseher sich aus dem Radio entwickelt hat. Also nicht ein „Baby“ des Kinos ist, sondern eben Tonübertragung plus „neu“ mit Bild dazu.

    Zu den angesprochenen Algorithmen (ich nutze keine Streamingdienste, reizen mich ebenso wenig wie Pay-TV, aber moviepilot ist ja ähnlich mit seinen Empfehlungen): Ich bin auch eher jemand, der sich selbst Gedanken macht, was man in der Welt so entdecken kann. Ich mächte nicht einfach nur jeden Tag Brei vorgestzt bekommen. Das soll nicht heißen, dass die „Empfehlungen“ immer falsch sein müssen. Aber das ist in meinen Augen eher was für Menschen, die sich nur berieseln lassen möchten, die nur „unterhaltsame“ Filme schauen wollen. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, mir aber viel zu wenig.

    Zu dem Punkt „Serien laufen ja nicht im Kino“: Das ist wohl Erbsenzählerei, aber jede Filmreihe ist letztlich eine Serie. Und genau über eine solche freuen sich die Studios/Produzenten. Man nehme nur die Wochenend-Kino-Charts in Deutschland („Minions“ sind ein Spin-off, „Unknown User“ ist ausnahmsweise grundsätzlich erstmal eigenständig, Terminator Genisys ist ein „Reboot“, Jurassic World ist Fortsetzung Nummer 3 von Jurassic Park und Ted 2 ist auch eine Fortsetzung). Mit dem Start von „Ant-Man“ kommt ein weiterer Teil des Marvel Cinematic Universe und so weiter und so fort. Diese Serialisierung empfinde ich über weite Teile auch sehr ermüdend. Aber die Masse schaut es ja und sorgt auch damit für den Fortbestand der Kinos.

    In diesem Sinne, schaut Filme – am besten im Kino. :)

    • Deinem Abschluss-Plädoyer möchte ich mich sehr gerne anschließen, zum einen gefallen mir Filme mehr als Serien und Kino mehr als Heimkino ;)

      Überhaupt danke für den ausführlichen Kommentar, den ich am besten mal von oben nach unten abarbeite.

      Über die technische Qualität im Kino müssen wir nicht streiten. Allerdings ist es mir enorm wichtig, Filme im Originalton zu sehen und wenn nötig und möglich mit Untertitel (bei allem außer Englisch sowieso und selbst da oft bei starken Akzenten und Dialekten). Das kann mir Kino nicht (immer) bieten. Zudem stören sich viele Kinobesucher an dem restlichen Publikum, was ich zumindest in Multiplex-Kinos mitunter auch schon erlebt habe (allgemeine Unruhe, nervige Kommentare), fast immer bleibe ich aber davon verschont. Insofern haben sicherlich beide Situationen ihre Vor- und Nachteile.

      Den Kostenfaktor würde ich auch nicht allzu streng sehen, wobei eben ein Kinobesuch für eine Familie zu einem wirklich teuren Spaß werden kann. Für mich als Einzelperson ist aber vor allem im Programmkino (ohne 3D-Aufschlag) das Kinoticket auf jeden Fall den Preis wert.

      Bei der historischen Entwicklung der Entstehung der Medien haben wir tatsächlich etwas geschludert, weil es ursprünglich auch noch einen kleineren Part in der Sendung einnehmen sollte (bei 40° wollten wir lieber nicht so lange reden).

      Deine Ansichten zu den Algorithmen kann ich nicht wirklich teilen, da letztlich entscheidend ist, wie viele Angaben man zu seinem eigenen Geschmack macht. Neben Bewertungen von Filmen ermöglicht es Netflix beispielsweise auch Genre-Vorlieben (sehr detailliert gefächert) anzugeben. Klar, auch hier weicht meine Meinung hier und da (teilweise extrem) von der Prognose ab, dafür stoße ich mitunter auf Filme, die ich ohne die angepriesene hohe Sterne-Vorhersage nicht gesehen hätte. Ob das nun ein „Berieseln“ nach sich zieht, hängt wiederum stark vom Geschmack ab.

      Dafür stimme ich dir bei der Serialisierung im Kino voll zu. Meiner Meinung nach wird zu wenig ausprobiert und leider zeigt sich viel zu häufig an den Kassen, dass die Studios mit ihrer vorsichtigen Herangehensweise Recht behalten. Beispiel Disney: JOHN CARTER vor einigen Jahren floppte monumental, dieses Jahr konnte sich das Studio (Marvel sei Dank) das Millionengrab TOMORROWLAND leisten. Wenige große Produktionen weichen davon ab (im Grunde Cameron und Nolan-Filme oder GRAVITY im letzten Jahr).

      Am Ende bekommt das Publikum als Masse eben das serviert, was es verdient hat. Und damit muss ich als Einzelperson dann eben leben – gerne auch im Kino.

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