CineCouch – Folge 215: Drive

Hallo zusammen!

Nicolas Winding Refns DRIVE wurde quasi bei Erscheinen mit dem Prädikat Meisterwerk in den Filmkanon aufgenommen. Dementsprechend gehört er auch zu den überfälligen Filmen, die wir längst schon besprechen wollten. Jan und Niels holen das nun nach und gehen im Podcast auf Atmosphäre, Bildgestaltung, Besetzung, Vorlagen und Bedeutung des stilisierten Action-Thrillers ein – und fahren mit euch zu pulsierenden 80er-Synthies durch die neon-durchflutete Nacht…

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Weiterführende Links

Erwähnung fand DRIVE erstmals im Jahresblick 2012, Refn war bei uns schon mit THE NEON DEMON vertreten

Die Second Unit widmete sich DRIVE ebenfalls kürzlich

Trailer

Ein Gedanke zu „CineCouch – Folge 215: Drive

  1. Ich habe die Folge zu Drive mit großem Interesse gehört. Und ich schrieb ja schon als Antwort an Spätfilm, dass Drive mein Lieblingsfilm ist.

    Ich bin kein Filmexperte und kann nicht mit soviel Hintergrund- und Fachwissen glänzen. Ich kann allgemein sagen, dass Drive im Kino ein Film war, der mich von der ersten Minute bis zur letzten gepackt hat. Style, Musik, Kamera, Licht, Schauspieler wussten mich von Beginn an zu überzeugen und als ich dann nach dem Kinobesuch die UK DVD bestellt hatte, habe ich den Film an einem Tag dreimal hintereinander gesehen.

    Einen Aspekt, der sich durch den ganzen Film zieht und den Charakter des Driver ausmacht, ist Kontrolle. Zu Beginn lernen wir den Driver als perfekt vorbereiteten Menschen kennen. „There‘s a hundred thousand streets in the city. You don‘t need to know the route. I give you a five minute window. Anything happens in that five minutes and I‘m yours. Any minute aside of that, you‘re on your own.“
    Wenn also alles so passiert wie er das für sich plant, funktioniert auch alles.
    Im Laufe der Geschichte entgleitet ihm aber die Kontrolle. Sowohl durch Äußere Umstände, Gabriel kommt aus dem Gefängnis, der Missglückte Raub, die Attentate usw. Aber es ist auch der persönliche Kontrollverlust. Extrem dargestellt durch die Fahrstuhlszene, nochmal besonders extrem durch die romantische Szene mit Eiren zuvor und das dies die letzte gemeinsame Szene der beiden im Film ist. Und durch die Eskalstion im Motel. Doch es gibt auch kleinere Szenen wo sich seine Anspannung eher im kleinen zeigt. Das Knöchelknacken, nachdem er verarztet wurde, seine Reaktion auf einen ehemaligen Verbrecher den er mal gefahren hat.
    Im Stripclub merkt man dann wie er hin und hergerissen ist zwischen seinem Versuch kontrolliert zu bleiben und seiner Wut. Was man wunderbar im Gespräch mit Nino sieht.
    Bezeichnend finde ich auch, dass er, nachdem Gabriel zusammengeschlagen wurde, sich erst um den Jungen kümmert, weil er weiß, dass er unschuldig ist. Ebenso wie Eiren. Deswegen will er beide aus dem raushalten, was Gabriel betrifft. Und eigentlich will er auch Shannon raushalten, aber Shannon hatte nunmal nie viel Glück. Und so ist die letzte gemeinsame Szene vom Driver und Shannon (wenn Shannon noch lebt), ein Streit. Beide Male gehen der Driver und seine Hauptbetugspersonen nicht im Guten Auseinander. Und erst wenn Shannon tot ist schließt er Frieden mit ihm. Ähnlich ist es dann auch mit Eiren und dem Driver, die sich nur über das Telefon noch einmal Nahe sein können.

    Ich könnte wahrscheinlich noch weiter ausführen, aber ich belasse es jetzt einmal dabei. Mit Bernie und seinem Umgang mit Shannon sehe ich es ähnlich. Die beiden hatten eine besondere Verbindung und Bernie mochte Shannon. Deswegen benutzte er die guten Messer. Trotzdem geht das Wohl seiner Familie vor und natürlich seine eigenen Interessen. Im Gegensatz dazu bringt er den Kleinkriminellen in der Pizzeria kaltblütig um und gleiches versucht er auch beim Driver am Ende.

    Ach Driver ist einfach ein toller Film und dabei bin ich noch gar nicht auf die ganzen anderen tollen Szenen im Film eingegangen. Aber dann könnte ich den Film auch nacherzählen.

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