CineCouch – Folge 264: Star Wars Episode IX: The Rise of Skywalker

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Hallo zusammen und ein frohes Weihnachtsfest!

Die CineCouch verabschiedet sich mit der unvermeidlichen Episode zum Abschluss der Skywalker-Saga und der ersten Star Wars-Trilogie unter Disney aus der 2010er-Dekade. Leider nur zu zweit mit Jan und Niels, weil Michi ihre Stimme schonen musste. Dennoch ist ein durchaus ergiebiges Gespräch mit zwei nicht konträren, aber doch unterschiedlichen Ansichten auf EPISODE IX dabei herausgekommen. Wir beginnen mit einem spoilerfreien Gesamteindruck der vorangegangenen Filme und unseren ersten Gedanken zum Abschluss der Reihe. Nach gut 30 Minuten geht es dann ans Eingemachte.

Wir diskutieren insbesondere die Charakterentwicklungen der neuen Hauptfiguren der Episoden 7 bis 9, welche Szenen uns besonders gut und schlecht aus RISE OF SKYWALKER im Gedächtnis bleiben und insbesondere über die Entscheidungen, die die Reihe nach dem hitzig diskutierten 8. Teil von Riad Johnson, nun wieder zurücknimmt. Und natürlich sprechen wir auch noch einmal über die Trilogie als Ganzes.

Eine Menge Gesprächsstoff also, bei dem wir mit Lichtgeschwindigkeit die drei Stundenhürde genommen haben. Wir hoffen, zwischen den Jahren kommt euch diese CineCouch-Folge also gerade recht.

Wir alle wünschen euch noch ein Frohes Fest und kommt gut in das neue Jahrzehnt!

Bis 2020, eure CineCouch.

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Wir haben die vorangegangen STAR WARS-Filme bereits im Podcast besprochen:

Im Jahr 2015 haben wir uns vom Star-Wars-Gefühl der siebten Episode wohl aufgehoben gefühlt – zumindest im Großen und Ganzen.
Zwei Jahre später hat uns THE LAST JEDI – wie so viele Fans – in konträre Positionen gezwungen.

Besonders wenig Begeisterung konnte hingegen SOLO – A STAR WARS STORY bei uns wecken.

Die goEast-Crowdfunding Kampagne könnt ihr hier unterstützen und teilen.

Trailer:

3 Gedanken zu „CineCouch – Folge 264: Star Wars Episode IX: The Rise of Skywalker

  1. Hallo zusammen!

    Danke für die (wie eigentlich immer) interessante Besprechung des Films. Ich hatte deutlich stärkere Probleme mit dem Film als ihr, habe ich den Eindruck, aber noch deutlich größere Schwierigkeiten hatte ich da im Vergleich mit Ep. 8, den ich ehrlich gesagt als Fan schon sehr persönlich genommen habe. Ich kann an Ep. 8 buchstäblich nichts positives finden (Visuals zählen nicht, jeder Film mit Millionenbudget kann heute Effekte), aber dazu wurde bereits genug gesagt.

    Ep. 9 hat mMn sehr darunter gelitten, dass er seine Zeit damit zugebracht hat, verkorkste Zustände von Ep. 8 zu korrigieren, was der grundsätzlichen Qualität des Films einfach geschadet hat. Aus meiner Perspektive war SW aber nach 8 einfach tot, deshalb bin ich mir nicht sicher, wie man es hätte besser machen können. Letztendlich verstehe ich Ep. 9 auch fast als große Entschuldigung an die Fans, was zumindest wenn man sich bspw. den Audience-Score bei RottenTomatoes anschaut, geglückt zu sein scheint.

    Betrachte ich die Sequel-Trilogie jetzt aber en Revue, so muss ich sagen, dass mir keine der Figuren wirklich ans Herz gewachsen ist. Ich erkenne keinen wirklich sympathisch geschriebenen Charakter, wenig ist konsistent (eine konsistente Idee für die Handlung der drei Filme hätte man ruhig mal gleich zu Beginn entwickeln können) und die Erweiterung des SW-Universums blieb doch in sehr eng gesteckten Grenzen. Das muss man ja sogar den Prequels positiv anrechnen, die zwar alle drei lausige Filme sind (wobei hier Ep. 2 mMn den absoluten Tiefpunkt darstellt), aber zumindest wissen, welche Geschichte sie erzählen wollen und zudem wirklich Dinge dem Universum hinzufügen.

    Zudem kommt mir hier die OT in der Analyse zu schlecht weg mit Blick auf Progressivität, weil wir da mit Leia und Mon Mothma zwei starke Frauenrollen hatten (wenn auch letztere nicht viel Screentime hatte), was für 70er/frühe 80er Jahre geradezu extrem progressiv war. Ich erinnere nur mal an die Svene in Ep. 4, wo Leia sich den Blaster schnappt und sich erstmal den Weg freischießt und etwas in die Richtung sagt “Irgendwer muss hier ja mal was tun!”. Klar, Ep. 5 macht da mit einigen Szenen wieder eine Rolle rückwärts, aber grundsätzlich bleibt Leia ein starker Charakter.

    Zwei Sachen sind mir bei eurer Besprechung noch besonders aufgefallen, bei denen ich mal nachfragen möchte.
    Gegen Ende sprecht ihr von der Repräsentation der LGBT-Community. Spielt das für euch wirklich eine Rolle in der Bewertung eines Films? In meinen Augen ist ein Film entweder ein gutes Stück Handwerk (Unterhaltungskino) oder aber Kunst, aber beides ist doch völlig losgelöst von der sexuellen Orientierung der handelnden Charaktere, wenn nicht speziell das einen bestimmten Einfluss auf die Handlung hat. Ich weiß im Alltag doch auch nicht, welche Vorlieben alle meine Kollegen im Schlafzimmer haben. Da finde ich so eine lesbischen Kuss im Hintergrund eigentlich fast authentischer und sympathischer, wie im Podcast glaube ich auch angesprochen wurde. Es ist absolut normal. In dem Moment, wo man den Fokus darauf legt, wird es doch wieder “außergewöhlich”, versteht ihr, was ich meine?
    Die zweite Sache ist eher ein Abzug in der B-Note. Bei der “wir sind mehr”-Analyse im gleichen Satz Rassismus zu kritisieren und die “Feindgruppe” als “alte _weiße_ Männer oder auch nicht ganz so alte _weiße_ Männer” zu bezeichnen, finde ich mindestens kurios, wenn nicht sogar sehr kurzsichtig.

    Danke nochmals für die schöne Besprechung und ich freue mich auf die nächsten Folgen.

    Grüße

    Alex

    • Hi Alex,

      zunächst vielen Dank für deine lobenden Worte und deinen umfangreichen Kommentar zu dieser Folge.

      Zunächst zu deiner – mit unserer Sicht ziemlich identischer – Einschätzung, dass die Trilogie VII-IX in vielen Belangen “ohne Plan” erscheint, kann ich nicht viel hinzufügen, das macht mir diesen Film auch sehr madig. Wir haben ja auch häufig das Negieren in einigen Pfaden von TLJ in ROS besprochen. Sehr empfehlenswert finde ich in diesem Zusammenhang das Interview von IndieWire mit Chris Terrier, der das Drehbuch zu ROS mitgeschrieben hat
      https://www.indiewire.com/2019/12/star-wars-the-rise-of-skywalker-chris-terrio-spoilers-1202198680/

      Die Kritik an der Originaltrilogie habe ich nicht so stark in Erinnerung, progressiv empfinde ich sie (als großer Fan) nicht übermäßig, wobei Leia gerade im ersten Film auch mal die Aktion bestimmen darf. Aber wenn man nur einmal als Vergleich zwei Jahre später, 1979, ALIEN von Ridley Scott mit Sigourney Weaver als Heldin sieht, sehe ich da schon noch einen großen Unterschied. [Zu Mon Mothma kann ich nur sagen: Sie ist halt da, aber nur weil sie im Bild ist und ein paar Sätze sagen kann, haben wir es noch lange nicht mit einer Frauenfigur überhaupt zu tun; da hat die neue Trilogie mit Rey, Rose, weiterhin Leia und selbst Max Kanata schon mehr zu bieten, insbesondere in tragenden Rollen!]

      Repräsentation spielt in der Bewertung eines Films schon eine Rolle, egal ob nun LGBT+, von Person of Color, Gender generell, etc.; das muss aber nicht immer gleich groß gewichtet sein. Für ROS wurde es medial so sehr gepusht, dass wir uns einig waren, dass wir dazu Stellung beziehen wollen. Die Diskussion um Wahrnehmung (und Kritik) an Kunst einzig auf das Werk inherent zu beziehen, kochte ja im vergangenen Jahr schon mal ziemlich hoch: Hier kann ich nur sagen, Filme (und andere Medienprodukte, Kunstwerke) stehen nie in einem abgeschotteten Raum, sondern sind immer durch ihre zeitlichen, gesellschaftlichen, etc. Bedingungen geprägt und setzen sich damit auseinander (das muss nicht unbedingt im vollen Bewusstsein der Urheber/innen geschehen), dementsprechend sollte die Auseinandersetzung über diese Werke sich von den Umständen ebenfalls nie entsagen.
      Zu der “Wir sind mehr-Analyse”: Weiß nicht, ob ich da kurios argumentiere, ich kann nur sagen, ich stehe hinter meiner Aussage und nach 3 Stunden Podcast wollten wir zu dem Punkt nun wirklich nicht noch mal ein ganzes Fass aufmachen…

      Vielen Dank fürs Zuhören und hoffentlich auch weiterhin gute Unterhaltung 😉

  2. Eine schöne Folge! Hat mir mal wieder gefallen.

    Eine kleine Korrektur nur: Das mit den Machtblitzen ist keine Eigenart von Palpatines – auch Graf Dooku alias Darth Tyranus hatte diese Fähigkeit wie man in Episode 2 sehen konnte:

    https://www.youtube.com/watch?v=rlRJLcy8NsA

    Hier noch ein paar Hintergründe:

    https://starwars.fandom.com/wiki/Force_lightning

    Und zu dem Helm von Ren: Da habe ich in einem anderen Podcast gehört, dass Disney nicht die Rechte an der “Likeness” von Adam Driver hat (so wie Paramount Pictures nie die Rechte von Tom Cruise hatte und deswegen Ethan Hunt in den Mission-Impossible-Spielen immer sehr groß war und Cruise nie ähnlich sah). Um seinen Charakter aber trotzdem in den neuesten Theme-Park-Rides und so verwenden zu können, haben sie ihm seinen Helm zurückgegeben – aber noch etwas angepasst, um noch mehr Spielzeug verkaufen zu können.

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