Top 30: Beste Komödien – Platz 10-1

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Platz 5 – IN BRUGES (IMDb/Letterboxd)
(dt. „Brügge sehen… und sterben?“, UK/USA 2008, Regie: Martin McDonagh)

Wir fünf von der Couch sind Fans von britischen Komödien. Wir sind Fans von abgrundtief schwarzem Humor, der damit oft einhergeht. Und ganz besonders lieben wir es, wenn Martin McDonagh die irisch-britische Schauspielriege zum Sightseeing in Brügge einlädt. So geschehen, als Ken (Brendan Gleeson) und Ray (Colin Farrell), ihres Zeichens Profikiller, einen Auftrag in London gehörig versemmeln und im mittelalterlichen Kern von Belgien zwangsuntergetaucht werden. Doch während Ken ein wahrer Weltmeister im professionellen Sightseeing zu sein scheint, stürzt Ray immer mehr in tiefe Depressionen und lernt im belgischen Nachtleben, die bezaubernde Chloe und den kleinwüchsigen Schauspieler Jimmy kennen. Belgisches Nachtleben. Das muss man auch erstmal finden. Leider stellt sich heraus, dass der Aufenthalt schneller vorbei sein könnte, als gedacht; und zwar nicht nach Rays Wünschen.
Was hat uns McDonagh da für ein glorioses Spielfilmdebüt spendiert. Bereits in jungen Jahren scheint er ein Meister des unterschwelligen, pechschwarzen Humors zu sein und spornt seine Schauspieler, im besonderen Colin Farrell, ein ums andere mal wahrlich zu Höchstform an. So vermute ich auch, dass es keinem anderen Regisseur gelingt, eine Attentat- Sequenz (siehe Bild oben) binnen weniger Sekunden in eine Ode an das Leben zu verwandeln, um nur eine denkwürdige Szene unter vielen anzusprechen. Ganz, ganz großes Kino und völlig verdient in unserer Top 10! (Daniel, sein Platz 1)

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Platz 4 – HOT FUZZ (IMDb/Letterboxd)
(dt. „Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis“, UK 2007, Regie: Edgar Wright)

Huchala, die zwei Gestalten auf dem Bild da haben wir doch gerade erst gesehen. Und zwar völlig zurecht. Völlig zurecht ist dies nämlich der dritte Edgar Wright-Film in dieser Top-Liste. Und völlig zurecht ist dies der zweite Teil der Blood-And-Icecream-Trilogy unter den Top 10.
Dieses Mal nimmt das Trio Infernale, bestehend aus Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost das Action-Genre, den Edgar Wallace Detektiv Mystery Film und den Western auf die Schippe. Der Cop Nicholas Angel wird wegen seiner zu hohen Verbrechenbekämpfungsrate, die die Kollegen schlecht aussehen lässt, in ein kleines Dorf abgeschoben. Dort trifft er auf den wunderbar trotteligen Polizisten Danny Butterman. Das Dorf wird unterdessen von mysteriösen Todesfällen heimgesucht. Nicholas wittert einen Serienmörder und zückt Notizblock, Stift und Pistole. So viel zum Standard-Klappentext. Warum steht dieser Film vor seinem Zombiependant? Im Vergleich zu SHAUN OF THE DEAD ist hierbei die Gagdichte noch um einiges höher. Das Action-Genre bietet sich ja nahezu für jegliche Form der lustigen Oneliner an. Aber anstatt die Klischees einfach abzufrühstücken spielt Edgar Wright, wie wir es von ihm gewohnt sind, geschickt mit diesen. So wartet das Publikum auf einen Oneliner von Pegg. Dieser kommt nicht. Schade. Daraufhin gesellt sich Frost hinzu und fragt, ob Pegg genau diesen Oneliner gebracht hat. Super. Muss man sich anschauen. Wirkt beschrieben nichtmal annähernd so lustig. HOT FUZZ macht einfach immer wieder Spaß. Empfehlung der Redaktion: zusammen mit SHAUN OF THE DEAD gucken potenziert diesen ungemein. Zu guter Letzt bleibt mir nicht mehr viel übrig, als in die Luft zu schießen und zu schreien. (Paul, sein Platz 1)

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Platz 3 – MODERN TIMES (IMDb/Letterboxd)
(dt. „Moderne Zeiten“, USA 1936, Regie: Charles Chaplin)

Manche Filme gehören zur Allgemeinbildung und MODERN TIMES ist da definitiv keine Ausnahme. Die als Komödie verpackte Industrialisierungskritik ist zeitlos aktuell, der Witz wirkt noch immer frisch und überhaupt steckt Charlie Chaplins Meisterwerk voller genialer Slapstick-Momente. Wie er als Fließbandarbeiter verrückt davon wird, immer die gleichen Handgriffe durchzuführen, oder in die Zahnräder der Maschinen gesogen wird; das sind beides so ikonische Bilder wie nur ganz wenige andere in der Filmgeschichte. Gleichzeitig sorgt das einerseits immer wieder für großes Gelächter und andererseits für ein Hinterfragen des Kapitalismus, wo das Produkt mehr zählt als der Mensch.
Dass Chaplin mit den begrenzten Mitteln seiner Zeit und als schwarz-weißen Stummfilm ein so reichhaltiges und reifes Werk geschaffen hat, dass die Zeit mühelos überdauert hat, verdient allergrößten Respekt. MODERN TIMES müsste man an sich als sein unbestrittenes Meisterwerk bezeichnen, wenn der gute Charlie nicht mindestens drei weitere Filme dieser unglaublichen Qualität abgeliefert hätte. Wer soll da noch abwägen? So oder so bekommt die Komödie ein hochverdientes Plätzchen auf unserem Treppchen. (Niels, sein Platz 2; höchste Platzierung:Jans Platz 1)

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Annex - Chaplin, Charlie (Great Dictator, The)_04

Platz 2 – THE GREAT DICTATOR (IMDb/Letterboxd)
(dt. „Der große Diktator“, USA 1940, Regie: Charles Chaplin)

Und weil einmal Chaplin nicht genug ist, ziehen wir gleich mit seinem zweiten Meisterwerk nach, der Mann war einfach ein Genie! In THE GREAT DICTATOR wird Hitler von Chaplin auf aller feinste Art verhohnepipelt und generell der zweite Weltkrieg zur absoluten Farce. Dabei schafft Chaplin immer wieder die Balance zwischen Tragik, Klamauk, Polit-Kritik und Unterhaltung zu halten, wie wohl kein anderer, vor oder nach ihm. Denn sein erster langer Film mit Vertonung bringt einen genauso sehr zum Lachen wie zum Nachdenken. Eigentlich sind alle Szenen ein Ideenfeuerwerk, aber besonders im Kopf bleibt wohl immer der Tanz des Diktators Hynkel (also Hitler; gespielt von Chaplin) mit einem Globus.
Ich erinnere mich zudem noch sehr gut an die Rede am Ende des grandiosen Films, in der an die Menschlichkeit, Liebe und den Zusammenhalt appelliert wird und die mich persönlich sehr bewegt hat. Heutzutage weiß jeder wie Charles „Charlie“ Chaplin aussieht und dass er angeblich an einem Charlie Chaplin Ähnlichkeitswettbewerb nur den dritten Platz gemacht hat, aber leider haben nur wenige davon wirklich seine großen Werke gesehen. So oder so wird er aber nie in Vergessenheit geraten, denn THE GREAT DICTATOR ist einer der Meilensteine in der Filmgeschichte. (Michi, ihr Platz 1)

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A Fish Called Wanda

Platz 1 – A FISH CALLED WANDA (IMDb/Letterboxd)
(dt. „Ein Fisch namens Wanda“, UK/USA 1988, Regie: Charles Crichton, John Cleese)

Das Zwerchfell bebt, die Augen tränen. Die bisherigen Komödianten haben ihr Bestes gegeben, um euch auf die letzte Pointe des Abends vorzubereiten und die ist ein wahrer Knaller, das sag‘ ich euch. Denn bei unserer Nummer 1 handelt es sich um keinen HANGOVER-Quatsch oder Pipi-Kaka-Humor, sondern um eine wahre Perle der britischen Filmkunst. A FISH CALLED WANDA gehört wohl mit RESERVOIR DOGS zu den besten Heist-Movies, in dem der eigentliche Raub immer mehr zur Nebensache verpufft, denn die eigentliche Stärke sind die immer wahnwitziger werdenden Querelen, in die sich unsere Lieblinge verstricken.
Wir hatten die große Ehre, den Film während eines 25-jährigen Kino-Jubiläums noch mal auf großer Leinwand zu sehen und was soll ich sagen, die meiste Zeit haben wir uns mit Krämpfen auf dem Boden gewunden. A FISH CALLED WANDA besitzt alles, was man sich unter einer perfekten Komödie vorstellt: Schräge Charaktere, grandiose Dialoge, abstruse Geschehnisse und John Cleese.
Ob eine Jamie Lee Curtis, die bereits beim Aufzählen italienischer Pastagerichte ganz wuschig wird, Hunde, die dem schwarzen Negerlein-Prinzip zum Opfer fallen oder Szenen, die teilweise bis zur Unerträglichkeit ausgespielt werden, um euch im richtigen Augenblick nur nochmals den Boden unter den Füßen wegzuziehen: Der Film malträtiert eure Bauchmuskeln von Anfang bis Ende. Ein Feuerwerk, das nur noch von der glänzenden Schauspielleistung Kevin Klines getoppt wird, der aber mal völlig zu Recht den Oscar für den besten Nebendarsteller einheimste. Los. Anschauen. Sofort. (Daniel, sein Platz 3; beste Platzierung: Michi Platz 2)

Okay, okay okay, 60:40! Das ist mein letztes Angebot, na was sagst du?
Raaaaaaaaache!!!

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4 Gedanken zu „Top 30: Beste Komödien – Platz 10-1

  1. Viel Cornetto in eurer Top 10 😉 „The Great Dictator“ und „Modern Times“ sind wirklich spitze. „Ein Fisch namens Wanda“ habe ich leider noch nicht gesehen. Wirklich vermisst habe ich jetzt „What’s up, Doc?“ – ein Film, den ich definitiv in die Top 10 nehmen würde.

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